Eine Outdoorjacke aus Polyester ist kein gewöhnliches Kleidungsstück. Sie hat eine Aufgabe: Wind abhalten, Regen abperlen lassen, Feuchtigkeit von innen abtransportieren. Das alles funktioniert nur, solange die Jacke richtig gepflegt wird. Und der größte Pflegefehler, den man bei einer Polyester-Outdoorjacke machen kann, ist nicht zu heißes Waschen – es ist falsches Waschen, das die Imprägnierung zerstört.
Wer eine Jacke mit DWR-Beschichtung (Durable Water Repellency) falsch wäscht, stellt danach fest, dass der Regen nicht mehr abperlt, sondern die Jacke von außen durchnässt. Das Material selbst ist noch intakt – aber die Funktion ist weg.
Was bei Outdoorjacken aus Polyester anders ist
Normale Polyester-Kleidung und eine Outdoorjacke mit Membran oder Beschichtung sind zwei verschiedene Dinge. Die Jacke hat meist mehrere Schichten: ein Außenmaterial, eine wasserdichte aber atmungsaktive Membran, und ein Innenfutter. Dazu kommt die DWR-Beschichtung auf der Außenseite, die dafür sorgt, dass Wasser abperlt, anstatt vom Gewebe aufgenommen zu werden.
All das reagiert empfindlich auf:
- falsche Waschmittel
- Weichspüler
- zu hohe Temperaturen
- unvollständiges Ausspülen
Schritt für Schritt: Outdoorjacke richtig waschen
Vorbereitung: Alle Taschen leeren, Klettverschlüsse schließen – offene Klettverschlüsse reiben im Waschgang auf dem Außenmaterial und hinterlassen Spuren. Reißverschlüsse schließen, aber nicht bis ganz oben, damit der Zug nicht verformt wird.
Waschmittel: Kein normales Feinwaschmittel, kein Vollwaschmittel. Für Outdoorjacken mit Membran gibt es spezielle Waschmittel – Produkte wie Nikwax Tech Wash oder ähnliche Spezialmittel, die die Membran und die DWR-Beschichtung nicht angreifen. Diese Mittel enthalten keine Weichmacher, keine optischen Aufheller, keine Duftstoffe, die sich auf die Beschichtung legen.
Weichspüler ist absolut tabu. Er legt sich direkt auf die DWR-Beschichtung und reduziert deren Wirksamkeit dauerhaft.
Programm und Temperatur: Schongang bei 30°C, maximal 40°C. Manche Hersteller empfehlen für ihre Jacken ausdrücklich 40°C, um die Imprägnierung durch die Wärme leicht zu reaktivieren – das steht dann auf dem Pflegeetikett. Im Zweifel: 30°C ist immer sicher.
Schleuderzahl auf 600–800 U/min begrenzen.
Extra-Spülgang: Bei Outdoorjacken empfiehlt sich ein zusätzlicher Spülgang, um alle Waschmittelrückstände vollständig zu entfernen. Rückstände im Gewebe können die Membranfunktion beeinträchtigen.
Trocknen und Imprägnierung reaktivieren
Nach dem Waschen die Jacke zunächst an der Luft trocknen lassen – hängend, nicht in der Sonne.
Der entscheidende Schritt für die Imprägnierung: Nach dem Trocknen die Jacke kurz bei niedriger Stufe in den Trockner geben – zehn bis fünfzehn Minuten reichen. Die Wärme reaktiviert die DWR-Beschichtung und stellt die Abperlwirkung wieder her. Das ist kein Trick, sondern eine vom Hersteller empfohlene Methode.
Alternativ: Die trockene Jacke kurz mit einem Dampfbügeleisen auf niedrigster Stufe behandeln – ohne direkten Kontakt, nur der Dampf. Auch das reaktiviert die Beschichtung.
Wenn die Abperlwirkung trotz korrekter Pflege nachlässt, ist die DWR-Beschichtung möglicherweise erschöpft. In diesem Fall hilft ein Imprägnierspray oder ein Imprägniermittel für die Waschmaschine, das die Beschichtung erneuert.
Wie oft waschen?
Outdoorjacken müssen nicht nach jeder Nutzung gewaschen werden – im Gegenteil, zu häufiges Waschen belastet Membran und Beschichtung. Einmal pro Saison ist für normale Nutzung in der Regel ausreichend. Bei intensiver Nutzung oder sichtbarer Verschmutzung entsprechend öfter.
Was viele nicht wissen: Eine verschmutzte oder durch Körperfette belastete DWR-Beschichtung funktioniert schlechter als eine saubere. Das bedeutet, dass eine Jacke, die lange nicht gewaschen wurde, schlechter abperlt als eine frisch gewaschene – selbst wenn die Beschichtung noch intakt ist. Waschen reaktiviert die Funktion also nicht nur durch die Wärme beim Trocknen, sondern auch durch das Entfernen der Verschmutzung.
